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Sprachkurs

 

Antigua, 5. Avenida del Arco

Seit 1 Woche sind wir nun in Antigua / Guatemala „y la cabeza tiene humo!“ (und uns qualmt der Schädel) von täglich 5 Stunden Spanisch Einzelunterricht. In der Familie des Schuldirektors sind wir relativ luxuriös untergebracht. Das heißt wir haben ein Zimmer mit eigenem Bad und jederzeit heißes Wasser zum Duschen, was hier keine Selbstverständlichkeit ist. Gott sei Dank hat Paul (www.alteisenaufreisen.de) mir vor unserem Abflug mitgeteilt, dass die Häuser in Guatemala keine Heizung haben, weshalb ein Schlafsack für kühle Nächte durchaus von Vorteil sein kann.  Reyna, die Frau des Direktors, kümmert sich rührend um uns. Sie ist eine fantastische Köchin. So wird wohl nichts aus meiner Hoffnung bei diesem Aufenthalt einige „kilitos“ zu verlieren. Ich vermute eher, dass ich als „gordito“ zurückkehren werde. Mit uns wohnen hier weitere vier Studenten, zwei Amerikaner aus Tennessie, eine Kanadierin aus Vancouver und ein weiterer Deutscher, der gleichzeitig einige Monate als Volontär an der Schule arbeitet, wofür er freie Kost und Logis erhält.

Volcán Aqua im Süden Antiguas

Mittlerweile ist zum Glück auch mein Koffer, mit fünf Tagen Verspätung, gut erholt in Antigua eingetroffen.  „Continental-Airlines“ hat ihn von Houston aus vermutlich auf die gleichnamige Karibikinsel geschickt. Ich habe schon befürchtet, dass er als herrenloser, allein reisender Koffer in Houston in die Luft gesprengt wird (so wie die Amis zur Zeit drauf sind).  Jetzt fahren wir zum Wochenende erst einmal mit einem Leihwagen an die Pazifikküste nach Monterrico um uns zu erholen.

Hasta la proxima

18.1.2011

Der Verkehr in Guatemala wirkt chaotisch. Man gewinnt den Eindruck, dass die Guatemalteken zuerst das Fahren lernen, um sich danach einen Führerschein zu besorgen. Ampeln gibt es in Antigua erst gar nicht, da man wohl erkannt hat, dass sie ziemlich sinnlos wären. Die Geschwindigkeit in der Stadt und auch auf Landstraßen wird grundsätzlich nicht durch die Polizei geregelt, sondern durch „Tumulos“, unterschiedlich hohe, betonierte Schwellen auf der Straße, die alle Fahrzeuge zwingen zum Teil unter Schrittgeschwindigkeit zu fahren. Manche dieser Tumulos sind vorher angekündigt oder gar farblich markiert, ein Großteil ist jedoch kaum auszumachen, was bei Überlandfahrten zu sehr unangenehmen Überraschungen führt.

typische Häuserfront in Antigua

Wenn man sich erst einmal an die Fahrweise der Guatemalteken gewöhnt hat, nicht in den Rückspiegel schaut und einfach im Verkehr mitschwimmt, dann geht Alles ganz easy. Also nahmen wir unseren Leihwagen und machten uns auf den Weg nach Monterrico, vom Frühling in den Hochsommer. Aber vor das Vergnügen haben die Götter den Schweiß gesetzt! Navigationssysteme sind hier völlig unbekannt und die Straßenkarten, die uns der Autoverleiher mitgibt sind vollkommen unbrauchbar. Die in einer Buchhandlung erstandene Karte ist zwar deutlich besser, aber nicht vergleichbar mit europäischen Karten. Hinzu kommt noch die absolut insuffiziente Beschilderung der Straßen und so kommt es, dass wir nach einer Stunde Irrfahrt wieder unseren Ausgangspunkt, Antigua, erreichen. Der zweite Versuch verläuft erfolgreicher und so erreichen wir nach dreistündiger Fahrt in brütender Mittagshitze Monterrico. Etwas abseits vom Tourismus finden wir eine wunderschöne, direkt am Strand gelegene Unterkunft, die aus mehreren kleinen palmenstrohgedeckten Bungalows besteht. Es gibt nur wenige Gäste, so dass wir den breiten Sandstrand fast für uns allein haben. Der Strand ist durch seinen vulkanischen Ursprung schwarz, was für das Auge etwas gewöhnungsbedürftig ist und auch dazu führt, dass er sich in der Sonne derart aufheizt, dass er ohne Strandschuhe nach 10 Uhr morgens nicht mehr zu betreten ist. All das ist unter einem Sonnenschirm mit erfrischendem Getränk und leichter Brise vom Meer gut zu ertragen. Wenn es doch zu warm wird kann man sich in den gewaltigen Wellen des Pazifiks etwas abkühlen, wobei das Wasser, gefühlt, fast schon die Körpertemperatur erreicht! Der Camarero, der uns das eisgekühlte Ceviche am Strand serviert, ist in jeder Hinsicht rührend um unser Wohl bemüht. Sobald wir ins Wasser gingen, lief er wie ein Bordercolli am Strand auf und ab, warnt uns nicht zu weit reinzugehen und zieht erst ab, wenn wir wieder draußen sind. Ein traumhafter Sonnenuntergang beendet den Strandbesuch und wird abgelöst von einer angenehm warmen Tropennacht mit perfektem Vollmond bei sternenklarem Himmel. Den Sonntag genießen wir noch in vollen Zügen bis in den Nachmittag hinein, da man uns ohne Aufpreis freistellt auszuchecken wann immer wir wollen. Die Rückfahrt beginnen wir mit einer abenteuerlichen Fahrt auf einem Holzboot, wie wir es ja schon vom Titicacasee kennen, durch die Mangrovenwälder der nahen Lagune und ersparten uns damit einen weiten Umweg.

Auf der Lagune durch den Mangrovenwald

Jetzt sind wir wieder zurück beim „pretérito de los verbos irregulares“, aber wir wollten es ja nicht anders!!

24.1.2011

Auch dieses Wochenende fahren wir zur Entspannung an die Pazifikküste. Um ein nochmaliges Verfahren auf dem Weg nach Monterrico sicher zu verhindern, habe ich diesmal die Straßenkarte mit zum Teil unaussprechlichen Ortsnamen (mit Maya-Herkunft) ausführlich studiert und dabei eine super Strecke herausgefunden, die verkehrsärmer, landschaftlich reizvoller und zudem noch etwas kürzer zu sein scheint. Auf der Karte ist die Straße ebenso dargestellt wie die uns bereits bekannte verkehrsreichere Alternativroute. Hoffnungsvoll machen wir uns früh um 9 Uhr auf die Socken. Die Straße ist zunächst wunderbar asphaltiert. Nach der ersten Ortschaft geht sie in eine sehr gut befahrbare Sandpiste über. Null Verkehr, so dass das „Kind im Manne“ es in den Kurven so richtig stauben lassen kann! Die Strecke am Fuße des „Volcán Agua“ ist landschaftlich wunderschön. Nach einigen Kilometern wird die Piste immer rauer, der Untergrund immer steiniger, um bald in einen Zustand überzugehen, der einer „Off-Road Piste“ zur Ehre gereichen würde! Ganz gelegentlich treffen wir auf einen Campesino, der sich gerade von der Feldarbeit erholt und Brotzeit macht. Da Edith sich große Sorgen macht, ob dies wirklich noch eine Straße sei, die zudem noch zum erhofften Ziel führt, muss ich jedesmal aussteigen um zu fragen: „….disdulpe, cuantos kilómetros hay a…?“ und jedesmal bekomme ich die gleiche Antwort: „no es lejos, es cerca!“ (ist nicht weit, ist nah!“) – keine Kilometerangabe! Beim letzten, der uns diese Angabe macht sind es dann laut Tacho noch vier Kilometer auf dieser unsäglichen Piste. Meine Sorge gilt eher der Ölwanne, denn wir setzen doch einige Male mit ziemlicher Wucht auf den Felsen auf, die uns der Vulkan in den Weg gelegt hat, obwohl Edith, um unser Gewicht zu reduzieren und damit die Bodenfreiheit zu vergrößern, häufig aussteigen muss Dass wir das nächste Dorf nach etwa zweistündiger Fahrt doch noch ohne erkennbare Blessuren erreichen spricht sehr für die Qualitäten dieses Nissan. Trotz stark divergierender Angaben, der nach dem kürzesten Weg zur Hauptstraße gefragten Einheimischen, finden wir ihn schließlich, so dass unserer Weiterfahrt zu unserem Wochenendziel Monterrico nichts mehr im Wege steht.

Sonnenuntergang in Monterrico

Mittlerweile sind wir gebräunt, gut erholt und um eine Erfahrung reicher in den Schulalltag zurückgekehrt.

p.s.: Unnötig zu erwähnen welcher Straße wir auf dem Rückweg den Vorzug geben!

Trotz vieler Warnungen im Vorfeld fühlen wir uns weder in Antigua noch bei unseren Ausflügen ans Meer oder an den Atitlan-See je unsicher. Einzig und allein vor Patienten ist man nirgends auf der Welt sicher und so treffen wir bereits am ersten Tag unseres Aufenthaltes in Antigua Daniel aus unserem Nachbarort Hemhofen, der seit einiger Zeit in Mexiko-City studiert und gerade mit seinem Bruder einen Ausflug nach Antigua macht. Zum Erfahrungsaustausch laden wir die Beiden dann in ein Café am Parque Central ein.

 

3 Kommentare

  1. Gabi

    BUEN VIAJE !

  2. Werner

    Hallo ihr beiden,viel Spaß in Guatemala und beim Spanisch lernen.Ich war am Sonntag mit dem Motorrad unterwegs es war super Wetter.Wir sind ab dem 5.Februar in Mexiko Yucatan Cancun unterwegs nicht weit weg von Euch freue mich schon darauf, muß endlich mein Rentnerleben auch geniesen.

  3. Paul Kage

    Hallo Ihr Beiden,

    Wünsche Euch eine gute Heimreise.
    Bin gerade in Salta und genieße die Wärme und die grüne Landschaft hier. Eine Wohltat nach vielen Wochen Altiplano.
    Hoffe ihr friert nicht zu Hause, aber da könnt Ihr Euch ja einheizen.

    Viele Grüße
    Paul

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