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Chile

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und weiter durch die Wüste

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16.11.2011                                              Kilometerstand:    9  835 km                                                        Höhe:    0 m

Kaum ist die Grenze nach Chile überschritten, hat man das Gefühl auf einem anderen Kontinent zu sein. Zwar geht es auch weiterhin durch die Wüste, aber irgendwie erscheint sie plötzlich aufgeräumt, als hätte man den Sand extra gesiebt, damit es ordentlicher aussieht. Alles wirkt sauber, kein Papier das herumliegt, keine zerfetzten Reifen neben der Straße. Dieser Eindruck setzt sich fort, wenn man nach Arica kommt. Auf einmal herrscht wieder Ordnung im Straßenverkehr. Auf dem Zebrastreifen hat der Fußgänger Vorfahrt und besteht auch darauf, sicher einmalig in ganz Mittel- und Südamerika. Schon zweimal bin in alter Gewohnheit über über ein Stoppschild gefahren ohne anzuhalten, eine Todsünde. Also jetzt werde ich mich eben wieder an die mitteleuropäische Fahrweise gewöhnen müssen, so schwer’s auch fällt! Ich habe direkt am Strand ein hübsches, kleines Hotel gefunden. Vom Bett aus blicke ich auf eine große Bucht und das Rauschen des Ozeans übertönt den Verkehrslärm der etwa 200 m entfernten Straße. Hier treffe ich den finnischen Bergführer Juho, der mit seiner Frau in Schnaittach lebt und im Winter mit Touristen Bergtouren in den Anden unternimmt.

Blick von meinem Zimmer

17.11.20011                                   Ruhe- und Strandtag

18.11.2011                                    Kilometerstand:   9 842 km

Der Abschied vom Hotel La Playa war ja fast schon herzzerreißend. Noch nie wurde ich von einer Hotelbesitzerin so persönlich verabschiedet mit Besito rechts, Besito links und dem Vorschlag mich zu besuchen wenn ich wieder zu Hause bin, weil sie gern alemán lernen möchte. Ich habe ihr jedenfalls schon mal gesagt, dass das gut 1-2 Jahre dauern könne bis ich wieder endgültig zu Hause einträfe – und wer weiß ob meine Frau das goutiert! Aus Arica heraus geht es bald in den Altiplano, eine baum- und strauchlose Hochebene auf der es über hunderte Meilen kein tierisches oder pflanzliches Lebenszeichen gibt, wären da nicht mitten in der Einöde diese beiden Polizisten, die nach Verkehrssündern Ausschau halten. Aber ich werde, Gott sei Dank, rechtzeitig von einem entgegenkommenden Bus gewarnt! Einige Male wird die eintönige Fahrt durch tiefliegende Flusstäler unterbrochen. Vom Altiplano geht es einige 100 Meter steil hinunter nach Iquique. Es sind wirklich spektakuläre Ausblicke auf die Stadt von hier oben. Ich fahre, in Iquique angekommen,  zum im „Lonely Planet“ empfohlenen Hotel „Terrado Suites“, das angeblich nur 45 000 Pesos (65 €) kosten soll. Es kostet tatsächlich über 120 € in der billigsten Kategorie. Ich checke ein, muss aber warten bis um 15 Uhr das Zimmer frei wird. Nach dem obligaten Skype-Gespräch nach Hause gehe ich zur Rezeption um ein Taxi für die Stadt zu bestellen. Dabei fragt mich eine neben mir stehende Chilenin ob ich deutsch spräche. So einigermaßen entgegne ich und es entspinnt sich ein Gespräch, in dem sich ergibt, dass sie ein Hostal in Iquique besitzt und das nächste Mal könne ich doch bei ihr vorbeischauen. Durch sie erfahre ich auch, dass ich im besten 5-Sternehotel Iquiques eingebucht habe. Ehrlich gesagt, ich fühle mich doch etwas underdressed unter all diesen Kravattenträgern in meist dunklen Anzügen. Und so frage ich meine charmante Gesprächspartnerin ob es nicht möglich sei hier wieder auszuchecken und dafür bei ihr wieder einzuchecken. Wenn möglich solle sie das doch für mich erledigen, damit es keine Missverständnisse gäbe. Nach ein wenig hin und her ging es. Tja und weil der Tag bisher so langweilig war möge sie doch bitte für mich einen Paraglider-Flug über Iquique buchen, heute noch. Gesagt, getan. Ich ziehe um und habe jede Menge Geld gespart, für das ich viele Flüge über Iquique machen könnte, aber einer reicht. Die Lage Iquiques erinnert ein wenig an ein riesiges Amphitheater.  Der Flug ist fantastisch und mein Fluglehrer Luis bringt mich nach einem sicheren Flug wieder an den Strand von Iquique zurück, wo wir schon 2008 die landenden Paraglider bewundert haben. Hätte ich das vorher verkündet, hätte Edith sicher schwere Bedenken angemeldet (oder?). Also verzeih mir! Als ich Luis sage, dass ich aus „Baviera“ komme, nickt er sofort anerkennend, „fútbol“, „Bayern Munich“, „salchichas fritas“, „mujeres lindas y hombres feos“  (Fußball, Bayern München, Bratwürste, schöne Frauen und hässliche Männer) und schaut mich bei letzterem grinsend an. Meint der mich??

vor dem Start

Hoch über Iquique

19.11.2011                              Kilometerstand:   10 159  km

Von Iquique nach Antofagasta führt eine Küstenstraße, deren höchste Erhebung gerade mal 250 Meter über dem Meer liegt. Im Osten wird sie von der Cordillera de la Costa begleitet hinter der die höchste und trockenste Wüste der Welt, die Atacama, liegt. Unendlich lange Sandstrände wechseln mit schroffen Felsküsten an denen das Sonnenlicht die hereinbrechenden Wellen in herrlichsten Grüntönen erscheinen lässt, ein fantastischer Kontrast zur schneeweißen Gischt. Antofagasta erreiche ich am frühen Nachmittag und beziehe mein Quartier um mich danach etwas umzusehen. Antofagasta ist eine große Hafenstadt mit knapp 300 000 Einwohnern, die aber darüber hinaus nicht sonderlich beeindruckt.

20.11.2011                               Kilometerstand:   10 579  km

Beim Frühstück läuft natürlich, wie überall in Südamerika Tag und Nacht (ob jemand davor sitzt oder nicht!) , der Fernseher und da wird verkündet, dass das Wetter heute trüb werden wird und zum Teil Niederschläge zu erwarten sind. Der Blick aus dem Fenster scheint das zu bestätigen. Ich glaube die chilenischen Wetterfrösche haben das für ihren Bericht auch nicht anders gemacht als ich (nämlich aus dem Fenster geschaut), denn kaum habe ich die Stadt auf der PanAm verlassen und biege auf die Ruta 5 ab, klart der Himmel auf. Zunächst ist es noch etwas diesig, aber nach etwa einer Stunde Fahrt habe ich nur noch Sonne bei wolkenfreiem Himmel. Die Straße steigt an, verläuft dann an der Westgrenze der Atacama in einer Hochebene auf etwa 1500 Metern, überschreitet einmal sogar die 2000er Grenze. Man kann sich kaum vorstellen, dass in dieser Wüstenlandschaft, ohne auch nur einen Grashalm auf hunderten von Kilometern, Leben existiert. Ich wundere mich schon seit Tagen, dass man noch nicht einmal ein überfahrenes Tier, und sei’s eine Schlange oder ein Skorpion, sieht. Andererseits habe ich vor 3 Jahren Vicuñas und Hasen bei der Durchquerung der Atacama gesehen. Es ist manchmal nicht einfach auf so einer Fahrt, auf der sich landschaftlich sehr lange Zeit kaum etwas ändert, nicht das Dösen anzufangen. Doch etwa 100 Kilometer hinter Antofagasta erscheint ein paar hundert Meter abseits der Straße ein riesiges, bizarres Gebilde.

La Mano del Desierto am Rande der Atacama, Ruta 5

Beim Näherkommen entpuppt es sich als eine gigantische Hand, „La Mano del Desierto“. Eigentlich hatte ich vor (nach einem entsprechenden Erlebnis in der namibischen Wüste) bei Wüstenfahrten nie wieder von der Straße abzukommen, wenn Jürgen nicht in der Nähe ist um mich wieder rauszuziehen! Aber jetzt war die Versuchung einfach zu groß! Also rauf auf die Schotterpiste um das Kunstwerk zu bewundern, das von Weitem aussieht, als sei es aus einem Fels gemeißelt. Die eingehende ärztliche Untersuchung durch Perkussion führt mich aber zu der Diagnose, dass diese Hand vermutlich aus Pappe und Drahtgeflecht modelliert und anschließend mit Mörtel ummantelt wurde. Auf jeden Fall ist es mal eine schöne Abwechslung auf so einer eintönigen Fahrt. Mein Dank gilt dem Künstler. Die letzten hundert Kilometer vor Chañaral führt die Ruta 5 durch die Sierra Colorada, eine Berg- und Wüstenlandschaft von faszinierender Schönheit. Die Farben der Berge und des Wüstensandes reichen von rötlichem Braun, über sämtliche Ocker- und Gelbtöne bis hin zu einem ganz hellen Beige, das dann wieder abgelöst wird von Grün und Rot, von ganz intensiv in der Sonne leuchtend bis zu pastellfarben. Ich denke, meine Fotos können das nicht widerspiegeln, denn erstens habe ich nur eine kleine Pocketkamera und zweitens entdecke ich gerade wenn ich nach dem Knipsen wieder losfahre immer einen noch viel schöneren Aspekt. Aber ich will ja weiterkommen.

Sierra Colorada

Sierra Colorada

Sierra Colorada

Sierra Colorada

Sierra Colorada

Ich möchte ja nach meinem vierwöchigen Spanischkurs den Chilenen nicht erklären wie man spanisch spricht! Aber Oswaldo hatte mich schon in Quito gewarnt. Die sprechen ganz konsequent kein „s“, zumindest wenn’s am Ende steht. Also statt „dos Piscos„, „do Pico“ oder „e lo mimo“ (es lo mismo)! Wer soll das denn verstehen? Also, disculpe mis amigos chilenos, so spricht bei uns jemand der sein Gebiss zu Hause vergessen hat! Aber abgesehen vom „s“, gibt es nichts auszusetzen. Ich habe die Chilenen als ausgesprochen freundliche, zugewandte und immer hilfsbereite Menschen kennengelernt!

21.11.2011                                Kilometerstand:    11 171  km

Copiapó – La Serena

22.11.2011                                 Kilometerstand:    11 537 km

La Serena – Valparaíso

23.11.2011                                 Kilometerstand:  11 963 km

Valparaíso

Hier lege ich eine Pause um mich in der Stadt etwas umzusehen, eine Lavandería (Wäscherei) zu suchen und mich um einige Kleinigkeiten zu kümmern. Am Sonntag werde ich dann nach Santiago weiterziehen um dort am Montag Wartungsarbeiten (Ölwechsel, Reifen, etc.) durchführen zu lassen. Schon der erste Eindruck von Valparaiso ist umwerfend. Ich beziehe im Stadtteil Playa Ancha, in der Villa Henao, vis-á-vis der Villa Kunterbunt, das schönste Zimmer, von dessen kleinem Balkon ich nach Westen auf’s Meer und im Osten auf einen Hügel der Stadt blicken kann. Beim Frühstück heute Morgen fragt mich José, der Hausherr, ob ich das Erdbeben gestern so gegen 6 Uhr nachmittags mitgekommen habe. Habe ich nicht. Das Epizentrum sei bei San Pedro de Atacama gewesen und habe die Stärke 6,9 gehabt. Wahrscheinlich habe ich da gerade im „Colectivo“ (einem Taxi das eine bestimmte Linie fährt und auf dieser Route jeden mitnimmt bis es mit 6 Personen besetzt ist) gesessen und das schaukelt sowieso derart, dass man ein Erdbeben einfach nicht wahrnimmt. Was kann man für 600 Pesos (=75 Cent) mehr verlangen!

14.11.2011

Soll niemand behaupten, wenn man nicht Motorrad fährt erlebe man nichts. Mittlerweile kenne ich mich schon etwas aus in „Valpo“ und weiß welche Colectivos oder Ascensores ich nehmen muss um bestimmte Ziele zu erreichen. Ascensores sind eine Art Zahnradbahn (alle sind über 100 Jahre alt) die einem helfen die wirklich sehr steilen Hügel dieser Stadt zu erklimmen. Heute habe ich das Haus des chilenischen Dichters und Nobelpreisträgers Pablo Neruda

Pablo Nerudas Haus in Valparaíso

 

Wohnzimmer mit Kamin

besucht, das wirklich hoch über den Dächern von Valparaíso steht, ein in jeder Hinsicht interessantes und pittoreskes Haus. Den Rückweg trete ich zu Fuß an. Es geht unglaublich steil bergab. Je weiter ich nach unten komme, desto stärker brennen meine Augen, bis sie schließlich anfangen heftig zu tränen. Als ich die Plaza Victoria erreiche wird mir auch klar warum. Heute ist Donnerstag und jeden Donnerstag protestieren die Studenten für bessere Ausbildungsbedingungen und das gegen ein großes Polizeiaufgebot. Als ich mich nähere macht alles noch einen relativ entspannten Eindruck. Die Studenten diskutieren mit der Polizei vor einem Mannschaftswagen. Doch plötzlich steigen die Polizisten in ihren Wagen, die Studenten skandieren Parolen wie „Educación de Luto“ (Ausbildung trägt Trauer), es fährt ein Wasserwerfer auf und spritzt wie wild um sich. Es fliegen Farbbeutel. Alles stiebt auseinander, ich rette mich in den Eingang eines Cafés, dessen Tür jedoch sicherheitshalber verschlossen ist. Als der Wasserwerfer sich in meine Richtung dreht, nehme auch ich die Beine in die Hand, denn ich wollte nicht testen ob ich dem Strahl standhalten kann. Außerdem, auch bei den hier herrschenden hochsommerlichen Temperaturen, habe ich keine Lust nass herumzulaufen. Mal sehen, nächsten Donnerstag sind wir ja in Santiago, das mit einer wesentlich höheren Zahl protestbereiter Studenten aufwarten kann.

Diskussion mit der Polizei

Educación de Luto – „die Ausbildung trägt Trauer“

Demonstrationszug

Wasserwerfer in Aktion

27.11.2011

Aufbruch in das gut 100 Kilometer entfernte Santiago de Chile. Nachdem ich einige Zeit auf der Autobahn durch die Weinbaugebiete gefahren bin bietet sich bei der Annäherung an die Stadt von Westen ein ein spektakulärer Anblick, im Vordergrund die riesige Stadt und dahinter, aufgebaut wie eine Theaterkulisse, zunächst eine Reihe kleinerer Berge, vielleicht bis zu 1500 Meter hoch, in der nächsten Phalanx stehen die Dreitausender und dahinter präsentieren sich mehrere schneebedeckte Vulkane, die bis zu 6500 Meter in den Himmel ragen. Diesem erhebenden Anblick kann ich mich allerdings nicht sehr lange hingeben. Eine sehr breite autobahnähnliche Avenida führt ins Zentrum. An einer Ampel muss ich wie alle Anderen anhalten, denn wir sind ja in Chile! Ich stehe in vorderster Front, rechts und links Autos, die ebenfalls auf Grün warten. Zwei Hunde, einer beige, der andere schwarz, beide etwas kleiner als ein Schäferhund, überqueren die Straße, natürlich auf dem Zebrastreifen (wir sind ja in Chile!). Während der Beige zielstrebig weiter läuft, bleibt der Schwarze auf dem Zebrasteifen stehen und stellt sich frontal vor mein Moto. Er fixiert mich und lässt mit seinen Augen keine Sekunde von mir ab. Eine Szene wie in „High Noon“! Es beeindruckt ihn in keiner  Weise, dass ich das Motorengeräusch kurz anschwellen lasse. Er fixiert mich weiter ganz konzentriert, als hätte er noch eine alte Rechnung mit mir offen, bewegt weder Ohren noch Augen. Die Ampel springt auf Grün, Alles fährt an. Damit rechnend, dass er im letzten Augenblick auf die Seite springt und kläffend hinter mir herhetzt, wie man das von diesen Kötern in Südamerika gewohnt ist, fahre ich auch los. Dazu muss man wissen, dass man auf diesem Moto sitzend den Vorderreifen und den Bereich unmittelbar davor nicht einsehen kann. Ganz entgegen meiner Einschätzung weicht der Hund nicht zur Seite und lässt sich glatt überfahren, was meine Fuhre gewaltig in Wanken und mich fast zu Fall bringt. Es ist unglaublich! Ohne zu jaulen rappelt sich der Höllenhund wieder auf, schafft es irgendwie zwischen den fahrenden Autos hindurch auf den Grünstreifen, auf dem er mich dann auch noch gefährlich kläffend weitere 2 Cuadras (Blocks) verfolgt. Zum Glück habe ich über mehrere Cuadras eine „Grüne Welle“, so dass ich mich locker aus dem Staub machen kann. Ich mag mir die Szene nicht vorstellen wenn ich an der nächsten Ampel halten müsste! Dieses Erlebnis, das fast schon etwas mystisch wirkt, beschäftigt mich noch eine ganze Weile.

28.11.2011

Jedenfalls solange bis ich heute auf der Suche nach dem zur Zeit angesagten Restaurant „Las Vacas Gordas“ (Die Dicken Kühe) in eine Polzeikontrolle gerate. Mein Fehler, ich habe auf Anraten von Freunden in Valparaiso aus Sicherheitsgründen nichts dabei als eine Kopie meines Passes und ein paar andere Kopien. Der Polizist, ein schon etwas älterer Vertreter seiner Zunft, kommt mir vor wie die Reinkarnation des Hundes von gestern. „Papeles“(Papiere) will er sehen gibt er mir mürrisch zu verstehen. Den Originalführerschein, den ich dabei habe, gebe ich ihm. Bei den Fahrzeugpapieren muss ich passen. Er fixiert mich wie der Hund von gestern, haut mir in feinsten Chilenisch mit hoher Geschwindigkeit ein paar Sätze um die Ohren, von denen ich nur ahnen kann was er denn meinte. Als ich ihm sage, dass ich nur ein paar Worte spanisch spräche und er doch, wenn er mir etwas sagen möchte, „mas despacio“ also langsamer sprechen möge, kriegt er sich gar nicht mehr ein und lässt eine Schimpftirade auf mich nieder prasseln. Zumindest klingt es so. Er bedeutet mir, dass er das Moto beschlagnahmen müsse, wenn ich nicht nachweisen könne, dass es regulär eingeführt sei. Ich sehe mich schon zu Fuß laufen. Mit ausgesuchter Höflichkeit frage ich ihn, ob es denn möglich sei, mit dem Taxi die Papiere im Hotel zu holen um sie ihm präsentieren zu können. Mürrisch lehnt er ab und geht zu zwei anderen, deutlich jüngeren Kollegen, von denen offensichtlich einer der Chef der Truppe ist. Der übernimmt Führerschein und Passkopie überlegt eine Weile und erklärt mir dann noch einmal wie unmöglich das sei, was ich da gemacht habe. Er gibt mir meine Sachen zurück und rät mir auf dem schnellsten Weg ins Hotel zurück zu fahren, was ich dann auch dankbar annehme. Das Ganze hat sich über eine halbe Stunde hingezogen und ganz schön Nerven gekostet. Zurück im Hotel verspüre ich nicht mehr die geringste Lust dieses tolle Restaurant aufzusuchen oder andere Aktivitäten zu ergreifen. Ich setzte mich mit einer Cerveza an den Pool und versuche wieder „runter zu kommen“, was mir nach der Dritten auch gelingt! – Ach so, das Wetter hier? Man braucht keinen Wetterbericht, jeden Tag strahlender Sonnenschein, keine Wolken, immer deutlich über 30°C, auch jetzt noch (um 22.30 Uhr) über 25°C und das im Advent!

29.11.2011

Bei Motoventura, einer BMW-Vertretung in Santiago lasse ich den fälligen Ölservice durchführen und die längst fälligen neuen Reifen aufziehen. Leider sind diese in der serienmäßigen Größe nicht vorrätig, so dass ich mich mit schmaleren begnügen muss.

30.11.2011

Mit dem Taxi fahre ich zum Flughafen um Edith abzuholen. Wir sind pünklich, das Flugzeug landet zur erwarteten Zeit, wir warten eine „Ewigkeit“, aber keine Spur von Edith. Über riesige Monitore kann man beobachten wer über die beiden Ausgänge den Ankunftsbereich verlässt. Das lange Warten ist zwar gut für mein Spanisch, denn der Taxifahrer unterhält sich ständig mit mir, aber so langsam mache ich mir doch Gedanken. Ich hatte Edith versprochen den Flughafen nicht ohne sie zu verlassen, selbst wenn sie in Sao Paulo den Anschluss verpasst hätte. Also schicke ich den Taxifahrer los sich nach einer Dame mit einer knallgelben Motorradtasche von Touratech umzusehen. Dann endlich kommt sie. Das Erkennungszeichen, die gelbe Tasche, gut getarnt in einem schwarzen Koffer verstaut!  Endlich wieder vereint erkunden wir anderntags Santiago de Chile, wo wir unter anderem das dritte Haus des Dichter Neruda besuchen.

4.12.2011

Am Freitag sind wir von Santiago nach Valpo gefahren, wo wir übernachtet haben um am nächsten Morgen über die Anden, vorbei am Aconcagua, mit 6962 m dem höchsten Berg außerhalb Asiens, nach Mendoza / Argentinien gereist. Von hier aus werden wir morgen Früh unseren Trip nach Süden fortsetzen. Über das in den letzten Tagen erlebte werde ich noch etwas genauer äußern, doch das WiFi hier im Hotel ist so labil, dass das wirklich keinen Spaß macht sondern nur lästig ist! Da gehen wir doch lieber zur Weinprobe!! Also, bis demnächst.

 

4 Kommentare

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  1. Christine & Philipp Ermert

    Hallo Peter!

    Was für ein Abenteuer!! Mit sehr viel Interesse und Begeisterung verfolgen wir regelmäßig diesen Blog. Wir wünschen Dir weiterhin gute Fahrt, nette Begegnungen mit Land und Leuten, und dass Edith bald wieder mit Dir auf Tour gehen kann.

    Es grüßen herzlich, Tine und Philipp.

  2. Fritz Kastellan

    Lieber Herr Dr. Sperling,

    heute, am 1. Advent, möchte ich Ihnen aus der fränkischen Heimat ins weit entfernte Valparaiso/Chile, herzliche Adventsgrüße übermitteln. Auch wenn bei strahlendem Sonnenschein nicht so richtige Adventsgefühle aufkommen wollen, so geht’s doch mit riesen Schritten auf Weihnachten zu. Da der Begriff „Advent“ aus dem Lateinischen „Ankunft“ bedeutet, hat dies indirekt auch mit Ihnen zu tuen. Wünsche Ihnen daher für die weitere Reise alles Gute und vor allem immer eine gute Ankunft. Bin schon jetzt auf die neuen Reiseberichte mehr als gespannt.

    Herzlichst Ihr
    Fritz Kastellan

  3. Patric Sperling

    Hallo Vater!

    Die Skulptur „La Mano del Desierto“ wurde von Mario Irarrázabal erschaffen und am 28. März 1992 eingeweiht. Sie besteht Eisen und Zement.

    Jetzt weißt Du, wem Dein Dank gehört,
    Sohn

  4. Biggi + Klaus

    Liebe Edith, lieber Peter,
    den Reiseberichten entnehmen wir, dass Edith wieder mitfahren kann, was uns sehr
    freut. Wir wünschen euch eine stressfreie Fahrt , kommt immer heil an euer Ziel.
    Liebe Grüße Biggi und Klaus

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