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Queensland

 

 

21.09.2015                                                                                                                 Mount Isa / Queensland

 

Die Steppenlandschaft ändert sich auch hinter der Grenze zu Queensland nicht.

 

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… mir scheint sie schien zu lange!

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Steppe

In Mount Isa, einer Minenstadt, werden Gold, Silber, Kupfer, Blei und Zink abgebaut. Wir halten vor einem hübschen kleinen Hotel mit angeschlossenem Bottleshop, wo wir uns zunächst einmal mit dem Nötigsten versorgen. Wir wollen natürlich einen Spezial Preis für unsere Unterkunft erzielen. So setzen wir uns auf eine Bank vor dem Hotel und versuchen bei Booking.com unser Glück. Die Bewertung 8,8 und „fabelhaft“ lässt uns zuschlagen. Das haben wir uns heute redlich verdient. Wir sind nicht schlecht erstaunt als uns das Navi dann in ein „Miners Camp“ führt. Das Zimmer ist zwar ziemlich „basic“ aber Personal und Mitbewohner sind unglaublich freundlich und zugewandt. Außerdem ist Alles sauber und aufgeräumt und das Abendessen in der Kantine, Lamm Schenkel, war wirklich vom Feinsten. Eine Erfahrung, die wir ja auch schon im Miners Camp in Karratha gemacht haben. Frühstück zwischen 5 und 8 Uhr! Aber Alles was das Herz begehrt, eben ein richtiges „Miner Breakfast“!

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hing vor unserer Tür

 

22.09.2015                           Kilometerstand: 22 600 km                                                       Mount Isa – Karumba

 

Überraschung, es wird mittelgebirgig, keine Geraden mehr. Über 120 Kilometer windet sich der Highway bergauf, bergab bei immer noch scharfem Seitenwind. Bei Clooncurry verlassen wir den Barkly Hwy um uns nach Norden zu orientieren. Der Rückenwind treibt uns zielstrebig voran und senkt den Verbrauch des Motos auf sagenhafte 4,4 Liter, die es sonst nur in unbeladenem Zustand schafft, was uns aber keinen Zeitvorteil bringt, da in Queensland ein Tempolimit von 110 km/h besteht auf dessen Einhaltung ich bedacht bin. Während sich der erste Teil der Strecke in sehr gutem Zustand befindet, warten die folgenden 200 Kilometer nach dem Roadhouse Burkes & Wills, der einzigen Tanke auf vierhundert Kilometern, mit schlechtem meist einspurigem Asphalt auf uns.

die drei von der Tankstelle

Roadhouse Burkes & Wills, …die drei von der Tankstelle

Ein Alptraum, denn wenn ein Road Train entgegen kommt muss man auf den geschotterten Seitenstreifen ausweichen, überholen wäre ausgeschlossen. Das Glück ist uns hold in dieser Gott verlassenen Gegend, es begegnen uns in über zwei Stunden Fahrt nur ein Pickup und ein Road Train, den wir artig auf dem Schotter wartend passieren lassen. Die verbleibenden 70 Kilometer von Normanton zu unserem Ziel Karumba am Gulf of Carpentaria sind sehr kurzweilig, da das Buschland plötzlich Wetlands riesigen Ausmaßes weicht. Wir finden ein Motel, nur wenige Meter vom Strand entfernt. Als Erstes nach unserer Ankunft versteckt Edith meine Badehose nachdem sie einen Hinweis gefunden hat der dringend abrät auch nur in die Nähe des Wassers zu gehen, da man dort unerwartet auf Salties treffen könne, jene Salzwasserkrokodile, von deren Aggressivität und unglaublicher Schnelligkeit wir uns schon andern Orts überzeugen konnten!

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diese Kraniche bevölkern die Westlands in großer Zahl

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am Ende des Dorfes, am Ende der Straße ein kleines Motel genau gegenüber der einzigen Bar mit unschlagbarem Blick auf die Bay

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ganz klar: hier tobt der Bär!

 

23.09.2015                                                    Motorradpause                                                                     Kurumba

 

Entspannung, Relaxen, Seafood, statt Baden „Kangaroo Spotting“ am Abend auf der Terrasse! Prawns gedeihen in den Mangroven rund um den Golf ganz prächtig und schmecken hervorragend.

Es gibt im Golf von Carpentaria die seltene Erscheinung von nur einer Tide pro Tag (Ebbe oder Flut), bedingt durch die Meerenge zwischen Australien und Papua Neuguinea von nur 200 Kilometern, die das vom Indischen Ozean anflutende Wasser so stark abbremst, dass eine Welle von einer zur anderen Seite 12 Stunden braucht. Die gleiche Erscheinung gibt es unter anderem auch im Persischen Golf.

ein junger Adler interessiert sich für meine Brille

ein junger Adler interessiert sich für meine Brille

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vom Wind zerzaustes Federkleid

letzter Abend in Karumba

letzter Abend in Karumba

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24.09.2015                                                Kilometerstand: 23 199 km                         Karumba – Mount Garnet

 

Bevor es auf dem „Gulf Savannah Hwy“ geht legen wir in Normanton noch eine kurze Gedenkminute bei Krys dem Krokodil ein, in dessen Maul sich Gabi vor einem Jahr so mutig wie malerisch präsentierte. Es handelt sich hierbei um die naturgetreue Nachbildung des weltweit größten jemals entdeckten Salzwasserkrokodils, das 1957 im Norman River erlegt wurde. Es maß 8,63 Meter und wog etwa 2 Tonnen!

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ganz schön mutig!

Als ich im australischen Straßenatlas beim Savannah Hwy den Zusatz „Developmental Way“ las, interpretierte ich das noch optimistisch so, dass über ihn die Entwicklung der Region gefördert werden sollte. Knapp daneben! Der Highway ist nach Croydon auf über 200 Kilometern gößten Teils nur noch einspurig befahrbar, das also ist ein Developmental Highway! Aber auch heute haben wir wieder Glück, denn wir müssen nur einmal einem Road Train Platz machen. Die wenigen anderen Autos überlassen uns ohne zu zögern das schmale Asphaltband. Bei Mount Surprise sind wir überrascht (daher vermutlich der Name), dass wir unmerklich auf 800 Höhenmeter geklettert sind und die Temperatur plötzlich von 32 auf angenehme 26°C sinkt. Nach fast 600 Tageskilometern erreichen wir endlich unser Etappenziel Mount Garnet (wie der Name schon nahelegt: muss man „gar net“ kennen) auf dem Weg an die Ostküste. Schluss mit Buschland, Schluss mit „Kilometer fressen“!

 

 

25.09.2015                                           Kilometerstand: 23 788 km                                 Mount Garnet – Port Douglas

 

Kaum haben wir gegen halb Acht das ungastliche Road House verlassen, windet sich der Kennedy Hwy in luftige Höhen. Das Navi zeigt 1200 Meter über dem Meeresspiegel, die Temperatur fällt auf lausige 15,5°C, es geht bergauf, bergab durch dichten, tropischen Regenwald. Auf dem Weg zum Meer verlieren wir wieder an Höhe, es wird deutlich wärmer, der Regenwald weicht zahlreichen Mango- und Bananenplantagen, sowie riesigen Zuckerrohrplantagen.

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tropische Bergwälder und riesige Zuckerrohrplantagen in der Ebene

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passt wohl nicht mehr so recht in Mamas Beutel das Kleine

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den mochte ich gar nicht erst fragen wie er heißt

und das ist ein Boyds Dragon (ca. 12 cm), der sich durch Bewegungslosigkeit tarnt

und das ist ein Boyds Dragon (ca. 12 cm lang), der sich durch Bewegungslosigkeit tarnt

Die heutige Etappe vergeht wie im Flug, da Straßenverlauf und Landschaft den Blick immer wieder auf’s Neue zu fesseln vermögen. Waren wir es bisher gewohnt stundenlang nur Buschland oder verdorrte Steppe zu sehen, wird das Auge jetzt mit üppigen Tropenwäldern und satten grünen Wiesen verwöhnt. Staubige kleine Dörfer, in denen sich in der Mittagsglut keine Menschenseele sehen lässt, werden abgelöst von belebten Städten mit geschäftigem Treiben. Trafen wir im Outback ein oder zwei Pickups auf hundert Kilometer, gelegentlich auch einen Road Train, so herrscht jetzt vergleichsweise dichter Verkehr. Die Road Trains sind verschwunden, da sie mit den engen, bergigen Kurven überfordert wären, sie machen den etwas kürzeren aber nicht weniger Respekt einflößenden Zuckerrohr-Transportern Platz. Die lange Einfahrt nach Port Douglas ist von einer wunderschönen, sehr gepflegten, dichten Palmenallee gesäumt. Auf der Hauptstraße, der Macrosaan Street, reihen sich viele Restaurants an noble Boutiquen und Outdoor-Agenturen, die Ausflüge zum Great Barrier Reef und in den Daintree Rainforest NP anbieten. Zur Zeit sind noch Schulferien, entsprechend dicht ist das Gedränge auf der Flaniermeile, alle Unterkünfte zeigen „No Vacancy“, alle Restaurants sind „Fully Booked“.

Nachdem wir in 2 Restaurants abblitzen, können wir mit etwas Glück im „2 Fish“ noch den letzten Tisch ergattern. Austern, Snapper, Moreton Bay Bugs, – ein Genuss ohne Reue!

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26. – 30.09.2015                                     Kilometerstand: 24 000 km                               Port Douglas

Wir müssen unsere Unterkunft verlassen, da über’s Wochenende „Fully Booked“, finden aber in der gleichen Straße fünfhundert Meter näher am Zentrum ein akzeptables Appartement. Auf einer Palme direkt neben unserem Balkon hat eine Eule ihr Tagesquartier.

... auf gute Nachbarschaft!

… auf gute Nachbarschaft!

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auf der Partymeile

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fetzige Country Music

27.09.2015

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heute Morgen hunderte von Flughunden (Flying Fox) im Wald gegenüber unserem Balkon

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fertig verpackt zum Schlafen  (Körperlänge bis 30 cm, Spannweite 1 m)

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Morgenspaziergang am Four Mile Beach

Wegen der allgegenwärtigen Salties hat Edith mir verboten ins Wasser zu gehen. Sie macht sich Sorgen um die schicke, neue Badehose!

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trotz „fully booked“ und „no vacancies“ haben wir doch noch eine Bleibe gefunden, mit unverbaubarem Bay View!

Essig gegen die Verletzungen durch die gefährlichen Stingers

Essig gegen die Verletzungen durch die gefährlichen Stingers

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Mossman Gorge im Regenwald Dahinter Forest

Mossman Gorge im Regenwald des Daintree Forest NP

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unser Aborinal guide erklärt uns die Körperbemalung der Rainforest People

unser Aboriginal guide erklärt uns die Körperbemalung der Rainforest People

Teatime zum Abschluss der Wanderung

Teatime zum Abschluss der Wanderung

 

28.09.2015                                          Kilometerstand: 24 080 km                            Cape Tribulation

Wir unternehmen heute bei sonnigem Wetter einen Ausflug ans etwa achtzig Kilometer entfernte Cape Tribulation den nordöstlichsten Punkt unserer Australien-Rundfahrt. Mit der Fähre geht es über den Daintree River nach Norden durch dichten Urwald und über einen kleinen Pass mit echten Kurven auf enger Straße.

durch dichten Regenwald zum Cape Tribulation

durch dichten Regenwald zum Cape Tribulation

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Stinging Tree, schon bei Berührung schwer giftig

Stinging Tree, schon bei Berührung schwer giftig

große Spinne auf Beute wartend, wahrscheinlich auch sehr gefährlich wie Alles in Australien!

große Spinne auf Beute wartend, wahrscheinlich auch sehr gefährlich wie Alles in Australien!

Cape Tribulation, Superstrände, aber menschenleer,da wegen der Krokodile und Stinger-Quallen dringend vom Baden abgeraten wird

Cape Tribulation

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kleine Kunstwerke im Sand, Puma? Känguru?

 

Schmetterling

Schmetterling

Am Cape Tribulation (Kap des Leidens) von Captain Cook so benannt nachdem er hier mit seiner Endeavour 1770 auf ein Riff aufgelaufen war, finden wir herrliche Sandstrände. Sie sind Habitat für zahllose kleine Krabben, die nachdem sie dem Sand alle verwertbaren Stoffe entnommen haben, ihn in kleinen Kügelchen vor ihrem Bau deponieren. Diese Deponien, die bei Ebbe millionenfach am Strand zu finden sind, erscheinen oft kunstvoll angeordnet und vermögen die Fantasie in höchstem Maße anzuregen. Die Größe der Kügelchen ist dabei proportional der Größe der „Künstler“. Zum Größenvergleich habe ich eine 2-Dollar Münze (die Größe entspricht etwa unser 5 Cent Münze) in den Sand neben die Krabbe gelegt, die sich durch Bewegungslosigkeit tarnt, Leider ist der traumhafte Strand auch Habitat weniger friedlicher Zeitgenossen. So wird dringend vor Salzwasserkrokodilen und ab Oktober vor Stinger-Quallen gewarnt. Nur woher wissen die dass übermorgen der Oktober beginnt? Als Erste- Hilfe Maßnahme bei Kontakt mit der gefährlichen Sea Wasp oder Box Jellyfish (Würfelqualle) wird an den Stränden eine Flasche Essig bereitgehalten. Auf einer Teefarm, auf der Edith Tee kauft, lässt sich ein zutraulicher Papagei auf meiner Schulter nieder und interessiert sich für Helm und Moto.

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der Künstler selbst neben seinem Kunstwerk

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Zeitvertreib in einem Busch-Café

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zwei Meter lange Busch-Python (wie alle Pythons nicht giftig)

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eindrucksvolle blaue Zunge

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den Cassowary haben wir leider noch nicht auf freier Wildbahn entdeckt

 

29.09.2015                                 Kilometerstand: 24 ??? km                       Port Douglas  –  Cairns  –  Port Douglas

 

Der 20 000er Service des Motos ist längst überfällig, der nächste BMW-Dealer aber im 80 Kilometer entfernten Cairns. Obwohl es relativ unwahrscheinlich ist sofort einen Service-Termin zu bekommen fahren wir lieber vorbei als zu telefonieren, da man bei persönlichem Erscheinen erfahrungsgemäß eher etwas erreicht. Die Fahrt auf dem kurvenreichen, der Küstenlinie folgenden Captain Cook Hwy ist bei angenehmen Temperaturen ein Genuss. Nach etwa einer Stunde sind wir am Ziel, dem BMW Händler von Cairns. Als ich dem freundlichen Service Mitarbeiter erkläre „I have a problem and need your help“ bleibt das erwartete bedenkliche Stirnrunzeln aus. „ … ich habe keinen Termin aber wenigstens ein Ölwechsel, wenn möglich auch ein großer Service?“ Wo ist das Problem, „no worries!“ Nachdem alle Formalitäten erledigt sind, lässt er uns von einem Angestellten in eine große Mall im Zentrum von Cairns kutschieren, wo wir nach abgeschlossenem Service auch wieder abgeholt werden, – Service vom Feinsten. Unser Moto hatte heute „volles Programm“, deshalb begnügen wir uns abends mit einer Pizza. Morgen früh geht’s dann zum Great Barrier Reef zum Schnorcheln.

man hätte keinen besseren Sales Manager für BMW Cairns finden können!

man hätte keinen besseren Namen für den Sales Manager von BMW Cairns erfinden können!

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die Esplanade von Cairns, im Hintergrund das Meer

Cairns hat im Stadtbereich keinen eigenen Strand. Da durch die Mangroven alles sumpfig ist hat man eine riesige Anlage zum Schwimmen und Planschen angelegt. Schöne weiße Strände befinden sich im Süden und Norden der Stadt.

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30.09.2015                                                    Great Barrier Reef                                         Port Douglas

Nach einem wunderschönen und aufregenden Tag landen wir nach neunstündigem Ausflug zum 50 Kilometer entfernten Great Barrier Reef einigermaßen erschöpft wieder in der Marina von Port Douglas. Der Wettergott hat mitgespielt, es ist einigermaßen windstill, kein Seegang und strahlender Sonnenschein bei kaum bewölktem Himmel. Mit „Wavelength“ einem kleinen aber feinen Anbieter haben wir zweifellos die richtige Wahl getroffen. Sie führen relativ kleine Gruppen zu etwas abseits liegenden Partien des Riffs, zu denen sie exklusiven Zugang haben (danke Gabi für diesen Tipp!). Während andere Veranstalter wie Quicksilver mit ihren riesigen Booten hunderte von Passagieren befördern, sind auf unserem Schiff maximal 40 Schnorchler. Die Crew besteht aus sechs Leuten, darunter auch Meeresbiologen, die sich sehr um jeden einzelnen von uns bemühen. Es finden drei jeweils einstündige Tauchgänge an verschiedenen Stellen des Riffs statt. Nach jedem Tauchgang gehen zwei Mädels mit einem Counter durch das Boot um die Passagiere auf Vollzähligkeit zu überprüfen. Später bevor wir zur Rückkehr starten muss jeder seine Gegenwart an Bord per Unterschrift bestätigen. Beim Briefing vor dem ersten Tauchgang werden wir über das korrekte Umwelt schonende Verhalten am Riff aufgeklärt. Wir werden beruhigt, keine Angst vor Haien zu haben, meist seien es Riffhaie, „… and you are not on their menu!“. So weit so gut, aber hoffentlich wissen die Haie das auch! Als Edith vor dem Schnorcheln zunächst einmal erhebliche Bedenken und Zweifel kommen bietet ihr ein Terrence Hill nicht unähnliches Crewmitglied an sie zu begleiten. Wie kann sie da nein sagen! Was ich lange ersehnt habe, mir aber versagt bleibt, gelingt ihr auf Anhieb. Ein großer schlanker Hai zieht seine Kreise direkt unter ihr. Jeder Schnorchelgang am Riff ist ein wunderbares, unvergessliches Erlebnis. Sind die Farben des Meeres schon vom Schiff aus beeindruckend in ihren oft unwirklich wirkenden Blau- und Grüntönen, so wird dieses Farbspiel von der Unterwasserwelt noch bei Weitem übertroffen. Die Vielfältigkeit der Formen und Farben, wie auch der Farbkombinationen der Korallen und der zahllosen Fische ist faszinierend. Beeindruckt haben mich auch die unterschiedlichen Riesenmuscheln, die bis zu 1,50 Meter groß und nicht ganz ungefährlich sind wenn man mit Fuß oder Hand hinein gerät. Sie sollen sich dann zwar relativ langsam schließen, so dass man den Fuß wieder raus bekommt wenn man den Irrtum schnell genug erkennt.  Einmal geschlossen lassen sie jedoch nicht wieder los. Ich wollte das nicht ausprobieren, denn der Name „Mördermuschel“ kommt nicht von ungefähr. Taucher die eine Perle entnehmen wollten haben das schon mit dem Leben bezahlt.

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"Nemo"

Edith hat nicht nur „Nemo“ gefunden…..

Sharks - Grey Reef Shark

sondern auch noch diesen grauen Riff Hai mitsamt seinen Putzern in die Flucht geschlagen!

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nach erfolgreichem Schnorchelgang

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Riesenmuschel, auch Mördermuschel genannt

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Venusmuschel, kann bis zu 400 kg schwer werden

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zum Abschluss des erlebnisreichen Tages

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Baby-Barramundi statt „gebackener Karpfen“ beim Fuchs

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Abschied von Port Douglas

 

01.10.2015                               Kilometerstand:                             Port Douglas  –  Mission Beach

 

Entspannte Fahrt, vorbei an zahllosen Zuckerrohrplantagen, bei angenehmem, nicht zu heißem Wetter ins nur etwa 200 Kilometer entfernte Mission Beach. Wir finden ein traumhaft versteckt am Rande des tropischen Regenwaldes gelegenes B&B und können es kaum fassen als uns beim Absatteln unseres Motos ein Helmkasuar interessiert zusieht um danach im Hof des Anwesens mit seinen zwei Küken nach Fressbarem zu suchen. Bei den Kasuaren brüten die Männchen die Eier aus und kümmern sich anschließend um den Nachwuchs während die Weibchen, die gleich gefärbt aber deutlich größer sind, ihrer eigenen Wege ziehen. Sie gehören wie Emu und Nandu zur Familie der Strauße, sind wie diese flugunfähig und ernähren sich hauptsächlich von den Früchten des Waldes, auch von solchen, die für andere Tiere hoch giftig sind. Die schnelle Magen-Darm Passage lässt sie die Kerne unversehrt ausscheiden, was die Kasuare zu den wichtigsten Tieren zum Erhalt des australischen Tropenwaldes macht. Die Kasuare, die gelegentlich den Garten unserer Gastgeberin besuchen sind Wildtiere aber absolut friedlich, so dass man sich Ihnen bis auf wenige Meter nähern kann. Weniger friedlich gebärdet sich das Männchen wenn es Junge führt und im Hof ein glänzend schwarzes Auto steht in dem es sich spiegelt. Dann rückt es sehr aggressiv gegen den vermeintlichen Feind vor und traktiert den Wagen mit seinen starken, mit dolchartigen Krallen bewehrten Füßen, dass dem Besitzer die Tränen kommen. Dies ist gleichzeitig eine wunderbare Lehrstunde in Selbstverteidigung für die Küken, die ihren Papa dabei nach Kräften unterstützen. Um das möglichst zu verhindern liegen für schwarze Wagen große Abdeckplanen im Hof bereit. Von den ursprünglich vier sind noch zwei Junge übrig geblieben. Schlange und Leguan fordern eben ihren Tribut in der Wildnis.

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Helmkasuar (Weibchen, sind bis zu 1,70 m groß)

ich folge ihr ein Stück in den Wald

ich kann ihr ein Stück in den Wald folgen

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Helmkasuar (Männchen, bis zu maximal 1,50m), Junge führend

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Küken (3 Monate alt)

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Papa wird fündig

 

02.10.2015                                                    Mission Beach

Das Frühstück auf der Terrasse mit unseren Zimmernachbarn ist fantastisch, Alles was das Herz begehrt. Danach gehen wir bei strahlendem Sonnenschein zur körperlichen Ertüchtigung (!) und zum Genießen der wunderschönen Landschaft  am herrlich weißen Strand von Mission Beach spazieren. Zur Orientierung wie weit wir noch gehen wollen vertiefen wir uns in unsere City-Map als wir von einem distinguierten älteren Paar angesprochen werden „… you got lost?“ auf unsere erstaunten Gesichter „… you’re in Australia, Guys!“ – „oh reallly?“ Sie besitzen eines dieser exklusiven, riesigen Grundstücke mit traumhaftem Haus, unverbaubarem Ocean View und direktem Zugang zum Strand. Wir sind nicht entschieden ob wir mit ihnen tauschen möchten. Abends treffen wir uns mit unseren holländischen Zimmernachbarn, wie schon tags zuvor zum Barbecue. Der Red Snapper, gestern noch im Pazifik, ist besser als in jedem Restaurant. Es ist ein entspannter, lustiger Abend, leider unser letzter gemeinsamer, denn Annelies und Madeleine wollen Morgen weiter Richtung Uluru.

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03.10.2015                                               Mission Beach

Das Wetter ist mittlerweile etwas wechselhaft und soll für die nächsten Tage auch noch so bleiben. Wir erkunden noch die nähere Umgebung, Strände und Regenwald, denn Morgen geht es weiter nach Townsville, 250 km südlich.

Abschied von Annelies und Madeleine

Abschied von Annelies und Madeleine

Unsere Gastgeberin überreicht mir bei unserer Ankunft eine Frucht, von der ich zuvor noch nie gehört, geschweige denn sie gesehen habe. Sie ist über faustgroß, zitronengelb und fingerartig segmentiert. Daher rührt auch ihr Name „Buddha’s Hand“. Im Deutschen wird sie als Zitronatzitrone bezeichnet. Aus einer Kreuzung mit der Bitterorange entstand die Lemone. Sie duftet stark nach Zitrone, so dass sie in Asien häufig zur Parfümierung von Räumen eingesetzt wird, aber auch als Opfergabe in buddhistischen Tempeln. Da sie kaum Fruchtfleisch hat findet ausschließlich die Schale in der Küche Verwendung oder wird zu Zitronat verarbeitet.

Buddha's Hand

Buddha’s Hand

 

04.10.2015                                  Kilometerstand:  24 610 km                              Mission Beach  –  Townsville

Es fällt uns nicht leicht unser kleines Paradies am Rand des Regenwaldes mit täglichem „Frühstück mit Kasuaren“ zu verlassen aber wir wollen ja vor Heilig Abend wieder zu Hause sein. Doch ein zugezogener Himmel mit einigen drohenden Regenwolken erleichtert uns den Abschied erheblich.

unser B&B im Regenwald

unser B&B im Regenwald

Die vielen am Straßenrand vor Kasuaren warnenden Schilder erweisen sich ein weiteres Mal als leere Versprechen. Ganz angetan sind wir nach 100 Kilometern Fahrt von einem Parkplatz, der mit der Ankündigung „free Coffee for the driver“ zum Pausieren einlädt. Unter dem Motto „Revive -Survive!“ werden hier gratis für alle Passagiere Kaffee und Biskuits angeboten. Eine Einrichtung der Regierung von Queensland gesponsert von Lions Club, Automobilclub und anderen.

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Free Coffee for the Driver

auf der Strandpromenade von Townsville

auf der Strandpromenade von Townsville

Als wir in Townsville unserem heutigen Etappenziel eintreffen, finden wir eine Stadt im Ausnahmezustand. Heute Abend ist das  Endspiel der australischen Football-Liga und das findet erstmalig zwischen zwei Mannschaften aus Queensland, den Townsville Cowboys und Brisbane Broncos, statt, wird aber aus Sicherheitsgründen in Sidney ausgetragen. Natürlich sind wir beim Public Viewing des spannenden Spiels, dessen Regeln wir zwar erklärt bekommen aber nicht wirklich verstanden haben, auf Seiten der Cowboys, die das Spiel in buchstäblich letzter Sekunde noch zu ihren Gunsten drehen können und mit 17:16 den Pokal gewinnen.

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Public Viewing

Die Überraschung des Abends gelingt Liz, die uns aus Melbourne schreibt, dass Gerry gerade eine Zahnarzt Vertretung in Townsville macht. Nur wenige Minuten später können wir mit ihm auf der Motelterrasse unser Wiedersehen feiern. Gerry hat seit 1980 lange Jahre eine Zahnarztpraxis in Hemhofen bzw. in Zeckern geführt und ist im Jahr 2000, nachdem seine Kinder aus dem Haus waren, mit Liz nach Australien ausgewandert. Für morgen Abend haben wir uns zum Dinner verabredet.

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05.10.2015                                                                                   Townsville  –  Magnetic Island

Magnetic Island, eine Insel die ihren Namen Captain Cook verdankt, der eine Ausrede für seine Fehlnavigation brauchte, ist heute unser Ziel. Bei etwas rauher See tanzt der Katamaran über die Wellen, die Gischt schäumt und trägt einen steten feinen Schleier salzigen Nebels auf das Oberdeck. Das Moto haben wir für diesen Ausflug vorsorglich zu Hause gelassen, es wäre bei diesem Seegang auch nicht stehen geblieben ohne festgezurrt zu sein. So haben wir uns für die zwölf Kilometer enger Sträßchen, welche die Insel bietet, ein Auto gemietet. Wir besuchen einige malerische völlig einsame Buchten und machen uns danach auf den Fußweg zu den Forts auf dem besonders viele Koalas zu sehen sein sollen. Zwar ist der frühe Morgen oder späte Nachmittag geeigneter zum Koala Spotting, trotzdem versuchen  wir’s mittags und werden fündig.

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… auch wenn sie da ihr Mittagsschläfchen halten

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Magnetic Island auf dem Weg zur Picnic Bay

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Picnic Bay

Picnic Bay

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ein Fig Tree, ein Baum von außergewöhnlicher Wuchsform

ein Fig Tree, ein Baum von außergewöhnlicher Wuchsform

Aboriginal People singen ihre traditionellen Lieder an der Strandpromenade

Aboriginal People singen ihre traditionellen Lieder an der Strandpromenade von Townsville

Bevor wir morgen weiter ziehen treffen wir uns am Abend noch einmal mit Gerry zu einem lustigen Abschiedsdinner.  See you soon in Melbourne!

 

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06.10.2015                                  Kilometerstand:                                          Townsville  – Airly Beach

 

Nach fünfzig Kilometern lichten Eukalyptus-Waldes öffnet sich die Landschaft für ausgedehnte Weideflächen. Die verdorrte, dunkelbraune Graslandschaft lässt keinen Zweifel, dass wir in den „trockenen Tropen“ angekommen sind. Führten die Flüsse im Norden noch ausreichend Wasser, finden wir hier nur noch ausgetrocknete Flussbetten. Wenig später bestimmen Zuckerrohr und die entsprechende Infrastruktur das Landschaftsbild. Große Plantagen reihen sich über hunderte Kilometer aneinander, immer wieder kreuzen „Sugar Cane Trains“ die Straße, „Cane Trucks“ auf dem Weg zu den Zuckerfabriken behindern gelegentlich den Verkehr. Der dunkle Qualm, der aus den hohen Schloten in die Luft geschleudert wird ist nicht nur eine olfaktorische Belästigung. Nachdem Alles rundum vertrocknet ist erstaunt es schon, dass die Zuckerrohrpflanzen in sattem, saftigen Grün erscheinen. Zwar sieht man keine Sprenger, jedoch gelegentlich Rohre neben der Straße die offensichtlich von Brunnen gespeist werden. Nach knapp 300 Kilometern erreichen wir das Örtchen Airlie Beach wo wir ein Motel mit Sea View beziehen. Auf der kurzen Hauptstraße, wo sich Reisebüros, Boutiquen, Souvenirläden, Restaurants und Bars in ungewöhnlicher Dichte aneinander reihen, herrscht zu jeder Tageszeit lebhaftes Treiben, es wimmelt nur so von Backpackern, die auch das Nachtleben beherrschen. Airlie Beach gilt als idealer Ausgangspunkt für einen Besuch der Whitsunday Islands. Wir entschließen uns jedoch auf einen Segeltörn zu verzichten und Morgen weiter gen Süden zu ziehen.

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Airlie Beach

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kein Sandstrand in der Bucht von Airlie Beach

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stattdessen großzügige Strandanlage mit Salzwasser

Während ich diese Zeilen auf der Veranda unseres Motels schreibe erklingt von der Straße ein schreckliches Vogelgezeter in das sich schrille Schreie einer Passantin mischen. Was ich sehe erinnert mich fatal an den Hitchcock-Film „Die Vögel“. Zwei Vögel greifen in gewagten Flugmanövern zunächst einen völlig verstörten Pudel, dann die Hundebesitzerin an, setzen sich danach auf den Gehsteig, so als wollten sie die Beiden nicht passieren lassen. Die Hundeführerin sammelt all ihren Mut, stampft fest und vernehmbar mit dem Fuß auf um die Vögel zu verscheuchen, die sich aber offensichtlich unbeeindruckt nicht von der Stelle bewegen, sondern drohend ihre Flügel ausbreiten. Als die Frau zurückweicht erheben sich beide Vögel in die Lüfte und fliegen immer wütendere Angriffe auf Hund und Frauchen, worauf hin beide im gestreckten Galopp das Weite suchen. Erst jetzt erkenne ich den Grund für das ungewöhnliche Verhalten der sonst so friedlichen Vögel, sie führen zwei Küken und da erscheint ihnen ein Hund wohl als lebensbedrohliche Gefahr für ihre Jungen, die ja noch nicht fliegen können.

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Nach erfolgreicher Abwehr der Gefahr und Überquerung der Straße sammelt man sich auf dem Gehsteig

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und dann wird sich bei Mama aufgewärmt

 

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07.10.2015                           Kilometerstand:                                                  Airlie Beach  –  Yeppoon

 

Es gilt einfach nur Strecke zu machen. Die Landschaft ist unverändert. Wie gestern reiht sich Zuckerrohrfeld an Zuckerrohrfeld, gelegentlich unterbrochen von Busch- und Weideland.

 

08.10.2015                         Kilometerstand:  25 656 km                              Yeppoon  –  Hervey Bay

 

Auch über den heutigen Abschnitt gibt es fast nicht zu sagen, als dass wir auf den ersten paar hundert Kilometern den Eindruck haben es sei Schluss mit Zuckerrohr. Das ist ein Trugschluss, vermutlich verstecken sich die Zuckerrohr Plantagen nur hinter den Eukalyptus Wäldern, welche die Straße säumen. Erwähnenswert ist aber sicher, dass wir im Big Giraffe Café einkehren, wo es den einzigen „Homemade Coffee“ am Bruce Hwy gibt. Während wir unseren wirklich guten Kaffee trinken, beobachten wir auf der anderen Straßenseite einen hoch motivierten Gemeinde-Angestellten, der mit einem großen Aufsitzrasenmäher ein riesiges, freies Grundstück mäht auf dem kein einziger Grashalm wächst, vermutlich weil er das jeden Tag macht! Er rast wie besessen, pausenlos über die Fläche und wirbelt dabei gewaltig Staub auf so dass er kaum sehen kann wohin er fährt.

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… da wächst kein Gras mehr!

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Am frühen Nachmittag erreichen wir Hervey Bay. Zweihundert Meter vor unserem Ziel, ich bin gerade voll auf’s Navi konzentriert um die Main Street nicht zu verpassen, winkt mich eine Polizistin mit Radarpistole an den Straßenrand. Keiner Schuld bewusst, wie immer, fahre ich links ran. Ich habe eine Highschool übersehen, die man in der Zeit von 8-10 a.m. und 2-4 p.m. nur mit 40 km/h passieren darf. Multitasking war noch nie meine Stärke, Navi und Verkehrsschilder gleichzeitig! Sie stellt mir ein Ticket für 250 $ in Aussicht, zeigt sich dann jedoch nachsichtig als sie hört dass wir aus Bayern, near Munich / Oktoberfest, kommen.

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09.10.2015                             Kilometerstand:  26 079 km                                           Hervey Bay

 

Bevor wir zusammen mit weiteren knapp 20 Passagieren auf unserem Boot, der „Freedom III“ zum Whale Watching starten hält der Skipper das übliche Safety Briefing ab. Dabei demonstriert er uns die Handhabung des einzigen an Bord vorhandenen Life-Jackets und ermutigt uns keine Angst zu haben, das Schiff sei relativ sicher. Dann, mit einem Hinweis auf den Untergang der „Costa Concordia“ 2012 vor Italien, „but if you see me in the water drifting away from the boat with the Life Jacket, it’s time to panic!“ So professionell eingewiesen stechen wir in die unruhige See. Es dauert geraume Zeit bis wir die Leeseite von Fraser Island, einer 124 Kilometer langen Insel vor Hervey Bay, erreichen um dem rauen Seegang zu entgehen. Die Buckelwale kommen im Winter zur Paarung, Geburt und Aufzucht der Jungen in die tropischen Gewässer um im hiesigen Sommer, das heißt spätestens am 1. November wieder in die nahrungsreichen Gründe des südpolaren Meeres zu ziehen. Zu Beginn des Winters seien dieses Jahr erstmals Orkas, die ärgsten Feinde der weiblichen Buckelwale, vor Fraser Island aufgetaucht. Sie warten auf die Geburt der Jungen um sie dann so lange zu jagen bis sie vor Erschöpfung der Mutter nicht mehr folgen können und hindern sie danach am Auftauchen, so dass sie kläglich ertrinken. Zwei dieser Orka Gruppe sind im flachen Gewässer der Insel gestrandet und verendet, worauf hin die übrigen Orkas nicht mehr weiter zogen. Erst als man die Kadaver der beiden Killerwale, wie sie auch genannt werden, mit Booten auf das offene Meer hinaus zog folgte der Rest der Gruppe und tauchte hier nicht wieder auf.

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nach einem Luftsprung lässt er sich klatschend auf’s Wasser fallen

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der namengebende Buckel dieses Wals beim Abtauchen

Buckelwale treiben um’s Boot herum ihre ausgelassenen Spielchen, offensichtlich Ausdruck unbeschwerter Lebensfreude. Leider ist es nicht immer einfach den Auslöser im richtigen Augenblick zu drücken. So ist es mir nicht möglich mehrere Sprünge, die wir sehen, aufzunehmen. Buckelwale werden bis zu 18 Meter lang und 30 Tonnen schwer. Ihren Namen tragen aufgrund der typischen Art ihres Abtauchen, wobei ihr Buckel aus dem Wasser ragt. Auffallend sind ihre langen Finnen. Sie ernähren sich von Krill und kleineren Fischen. Nachdem sie Anfang der 60er Jahre wegen intensiver Bejagung vom Aussterben bedroht waren ist ihre Population mittlerweile wieder über 60000 weltweit angestiegen.

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09.10.2015                                                   Fraser Island

Im Allrad-Jeep erkunden wir heute mit einer lustigen Truppe von zwei Paaren aus Sydney, chauffiert von Chris (Christina) unserem „lokal Tourguide“ Fraser Island. Es gibt viel Information und noch mehr zu Lachen. Fraser Island ist die größte Sandinsel der Welt, 124 km lang und etwa 25 km breit. In der Sprache der Aboriginal People heißt sie schlicht „Das Paradies“. An der Westküste findet sich Mangroven Wald, die Ostküste wird vom Seventy-Fife-Mile Beach, einem 124 km langen, sehr breiten, weißen Strand beherrscht. Er ist Ziel vieler Allrad Freaks, die sich hier nach Herzenslust austoben, so dass man sich oft nicht des Eindrucks erwehren kann man befinde sich auf einem belebten Highway, ohne klare Verkehrsregeln, wenngleich hier ein Speed Limit von 80 km/h gilt! Fasziniert sind wir von der artenreichen Fauna, die auf dieser reinen Sandinsel wächst. Zunächst geht es über 30 Kilometer auf tiefer Sandpiste durch subtropischen Regenwald.

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tiefe Sandpisten führen durch den Regenwald

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Seventy-Five-Mile Beach

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Schiffswrack der 1935 gesunkenen Maheno, die nach dem Krieg hier gestrandet ist

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am Indian Head

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Chris unser Tourguide mit Aussie-Hut

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Respekt Folks!

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Baden verlockend aber wegen Tiger Sharks, Stingers und Co nicht ratsam!

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Überreste der „Portugiesischen Galeere“ lagen massenhaft am Strand

Die Portugiesische Galeere ist im strengen Sinne keine Qualle, da sie aus mehreren verschieden spezialisierten Polypen besteht. Ihre bis zu 1,50 m langen Tentakel besitzen über Tausend Nesselzellen pro Zentimeter. Sie enthalten ein Nervengift, das Fische sofort tötet, deren Berührung dem Menschen tagelang erhebliche Schmerzen bereitet, im Falle einer allergischen Reaktion auf die verschiedenen Proteine auch tödlich verlaufen kann. Auf dem Foto sieht man die Schwimmblase, die aus dem Wasser ragt und der „Qualle“ so die Möglichkeit verschafft sich vom Wind treiben zu lassen.

Sie wird an Gefährlichkeit von ihrer Verwandten, der Würfelqualle oder Seewespe, die hier als „Marine Stinger“ bezeichnet wird, bei weitem übertroffen. Diese verfügt über 60 Tentakel von etwa drei Meter Länge auf denen jeweils 5000 Nesselzellen sitzen. Man kann sich diese wie kleine Körbchen vorstellen in denen eine Harpune sitzt, die bei Berührung explosionsartig abgeschossen wird. Beim Menschen durchdringt das auch hier aus mehreren Proteinen bestehende Gift innerhalb kurzer Zeit alle Hautschichten, wodurch es letztendlich auch die Erythrozyten zerstören kann. Als Erste Hilfe Maßnahme kann man die Haut mit Essig abwaschen, der die Nesselzellen deaktiviert, an der Wirkung des bereits eingedrungenen Giftes aber nichts ändert. Es gibt zwar ein Gegenmittel, aber nur im Hospital, und das ist hier an den einsamen Stränden Australiens in der Regel viel zu weit entfernt. Die Seewespe gilt als das gefährlichste Meerestier. Es sterben durch sie jährlich weltweit mehr Menschen als durch Haiangriffe.

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Eli Creek, ein Süßwasser Bach, Familien Pool, dahinter der verlockende aber gefährliche Ozean

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Dingo hat einen Fisch gefunden, den ein Angler hinterlassen hat

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Lake McKenzie, ein Regenwasser-See in der Mitte der Insel

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11.10.2015                           Kilometerstand:  26 079 km                               Hervey Bay  –  Noosa Heads

Die heute zu bewältigenden knapp 200 Kilometer sind zunächst ebenso eintönig wie die Strecken der vergangenen Tage. Das hat auch das Verkehrsministerium von Queensland so gesehen und ruft deshalb die Autofahrer auf bestimmten Streckenabschnitten in gewissen Abständen zu trivialen Spielchen auf um der Müdigkeit entgegenzuwirken.

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Lagune in Noosa Heads

mondäne Häuser an der Lagune in Noosa Heads

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„Wurst in a Roll“ heißt bei uns „Zwa im Weckla“!

standesgemäße Heirat in Noosa Heads

standesgemäße Heirat in Noosa Heads

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springt vom Felsen mit dem Brett in die Wellen

 

12.10.2015                                Kilometerstand:                                   Noosa Heads  –  Brisbane

Da wir heute nur einen vergleichsweise kurzen Trip von knapp 150 Kilometern vor uns haben, gehen wir’s gemütlich an und wählen die Küstenstraße, die immer wieder traumhafte Ausblicke auf den Pazifik bietet. In der Sonne erscheinen die gewaltigen Gischtkämme der sich brechenden Wellen noch weißer als gewöhnlich und bilden so einen herrlichen Kontrast zu den vielfältigen Blautönen des Meeres, vom tiefen Königsblau, über leuchtendes Türkis bis hin zum kristallklaren Hellblau.

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unser B&B in Brisbane, an der Grenze zu Downtown

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Skyline vom Brisbane River aus

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13.10.2015                                      Kilometerstand: 26 265 km                                  Brisbane  –  Byron Bay

Wir lassen den dichten Berufsverkehr Brisbanes hinter uns und gelangen auf den M1 (Motorway) Richtung Süden, auf dem wir uns bei Tempolimit 110 nach Herzenslust austoben können. Motorways entsprechen im Ausbau unseren Autobahnen. Schon bald verlassen wir den M1 wieder um auf dem Pacific Hwy an der Küste entlang zu fahren und die schönen Ausblicke auf’s Meer zu geniessen. Der Küstenabschnitt südlich von Brisbane, die Gold Coast, mit  ihrem Mittelpunkt Surfers Paradise, ein Konglomerat mehrerer Ortschaften, scheint eine einzige Partymeile zu sein.

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Surfers Paradise an der Gold Coast

 

 

 

 

 

 

5 Kommentare

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  1. Claudia

    Warum sollte es bei den Kängurus anders sein, als bei uns? Bleiben alle gern lange im Hotel „Mama“.
    Wir freuen uns jeden Tag über neue Bilder und Geschichten. Besser als jede Tageszeitung 😉
    Fahrt weiterhin vorsichtig….Wir freuen uns schon auf das Wiedersehen

    Claudia, Lukas, Lara

  2. Marion und Roland Croner

    Hallo Frau und Herr Sperling,

    die Bilder vom Great Barrier Reef sind wirklich beeindruckend. Ein großes Dankeschön nach Australien. Dank
    Ihres Blogs haben wir tolle Informationen für das Englisch Referat meines Sohnes gefunden ( die nicht jeder hat).
    Ebenso Bilder die nicht überall zu finden sind. Das große Thema bei Nico in der 8. Klasse ist im Augenblick -Australien.
    Weiterhin gut Fahrt

    wünschen Patricks Nachbarn

    Die Croners

  3. Wolfgang Heil

    Hallo Edith und Peter,

    tolle Reise und tolle Berichte. Wir wünschen Euch weiterhin so viel Glück und gutes Wetter.
    Evi fährt Ende nächster Woche für ein paar Tage zu Jochen und ich bin drei Wochen mit Jin in Europa unterwegs.
    Auch nicht schlecht?!
    A propos „Badehose wegnehmen“. Vielleicht dachte Edith, lieber ein kleines Opfer als der ganze Kerl.

    Viele Grüsse
    Eva und Wolfgang

  4. Pekareks

    Hallo, liebe Sperlings,

    wir haben von Liz gehoert, dass Sie auf dem Weg nach Melbourne sind und wir Sie Anfang November treffen werden. Wir freuen uns sehr!
    Weiterhin gute Fahrt und viel Spass –
    Cheers, Billy & Helmut Pekarek

  5. Annelies

    Hello Peter & Edith,

    It’s so nice to read your blog. Madeleine and I have had our last day in Sydney and are leaving Australia tomorrow. N-joy your trip and I hope to read many more great stories. Your photo’s are amazing.

    Greetz,
    Annelies

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